Erst vor kurzem hatte ich mich mit dem Album beschäftigt. Marian und ich hatten bezüglich des neuen Editors Werkes eine Meinungsverschiedenheit, die in eine hitzige Diskussion abzudriften drohte. Was hat das neue Album an sich, wenn es die Gemüter so spaltet?
Aber wartet, ich fange von vorne an; Es war anfang Oktober als ich mir das Album vorbestellte. (Ja, ich hab’s mir tatsächlich bei iTunes vorbestellt, falls ihr euch fragt, wer eigentlich die Idioten sind, die sich Alben vorbestellen ohne etwas anderes als die Single zu kennen) und freute mich wie bekloppt, als es am Releasetag dann endlich auf meiner Festplatte landete. Voller Erwartungen hörte ich es durch, dann nochmal und nochmal. Beim Joggen, im Bus, beim Zocken, beim Essen machen. Doch irgendetwas stimmte nicht, irgendetwas war anders, als bei den anderen Alben.
Es fehlten Gitarren! Dafür hörte man geradezu durchgehend dominante Synthesizer. Auch sonst scheint sich das neue Werk nicht so einfach vergleichen zu lassen, wie es bei den anderen beiden der Fall war. Natürlich kann man sagen, hier ignorieren die vier Jungs aus Birmingham die Erwartungshaltung ihrer Fans und schaffen mit einem neuen Produzenten ein mutiges und starkes Werk, dass sie sich neu erfinden lässt, oder einfach einen Schritt weiter als der Vorgänger geht. Jüngste Beispiele, dass so etwas durchaus gut gehen kann, geben zum Beispiel die Arctic Monkeys mit der Platte “Humbug” ab. Aber auch an mißglückten Beispielen mangelt es nicht, (aus meinem subjektiven Empfinden kann ich da die Killers nennen), denen ein neuer Produzent und die Suche nach einer Chartplatzierung das Genick gebrochen hat. Na gut – so einfach kann man es sich wohl nicht machen. Schließlich waren die Killers nun auch ziemlich erfolgreich mit ihrem neuen Album.
Doch die Suche nach dem möglichst kleinsten gemeinsamen “Geschmacks-Nenner” der potenziellen Konsumenten, auf den man versucht abzuzielen, kostet natürlich viele alte Fans. Das Album ist eben nicht mehr die typische Editors-Kiste. Jeder, der sich mit Blick auf die erste Single “Papillon” ein Bild von dem Album gemacht hat, erlebte beim Hören der fertigen Platte eine Überraschung. Um das Kind einmal beim Namen zu nennen, das Album ist schwer geworden. Düsterer und langsamer als die Vorgänger, mit mehr Synthesizern und weniger Gitarren.
Manche Lieder sind sehr gut gelungen und erfüllen den oft erwähnten Joy Division Vergleich endlich einmal, da möchte man vor Trauer fast tanzen.
Andere wiederum sind langweilig, überproduziert, und – dank der Synthesizer – irgendwie nervig. Beim mehrmaligen Hören gewinnt das Album definitiv an Stärke und ist auch kein schlechtes Album, aber für mich definitiv ein Schritt zurück.
Ihr Stil hat die Editors groß gemacht, gerade jener Stil, den sie jetzt versuchen abzulegen, als wäre es ein Mantel, oder ein Hut. Eben das ist es, was viele den Editos nachtragen werden. Aber das schöne an so einem Thema ist ja; es ist und bleibt Geschmacksache.







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